Figuelotte. Eine phantastische Begegnung
Seit ihrem 300. Todestag (2005) ist die auf Schloss Iburg als protestantische Bischofstochter geborene Sophie Charlotte Thema in der Region. Gemeinsam realisierten der Landschaftsverband Osnabrück und das Musiktheater LUPEzwei Theaterproduktionen zu Sophie Charlotte.
Pikiert hockt die Barock-Prinzessin in ihrem Bett und reibt sich die Augen: Die unsanft aus ihrer Zeit „gefallene“ Sophie Charlotte sieht sich umringt von sonderbar gekleideten Jugendlichen. Und noch sonderbarer ist deren Benehmen – doch das Erstaunen ist ganz wechselseitig. Mit einem phantasievollen Handlungsgang schicken Katrin Orth und Ralf Siebenand vom Musiktheater Lupe 24 Kinder zwischen 9 und 19 auf eine spannende Theaterreise. Premiere war im August 2006 im Haus der Jugend in Osnabrück.
„Sie ist schockiert, uns fehlt die Etikette“, macht sich die Horde der Internatsschüler über die verdutzte „Figuelotte“ lustig und singt weiter: „Die Arme tut mir leid, wenn ich sie ohne ihre Krone seh’“. Und doch bahnt sich da bereits eine Annäherung an, die die Jahrhunderte überbrückt. Die Idee, so erläutert Katrin Orth vom Musiktheater Lupe das Konzept, war es, die Barock-Prinzessin heutigen Kindern vorstellbar zu machen. Bei allen kaum verständlichen Unterschieden bestehen doch erstaunlich ähnliche Vorlieben – sei es die Schokolade (heute Alltags-Nascherei, damals noch Luxusprodukt), sei es das Tanzen. Und so führen sie sich wechselseitig ihre neuesten Tanz-Hits vor, Gavotte hier, Hip Hop da.
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