 Reime bergen Überraschungen
Aus seinem Rucksack zieht Herr Zaches das „Konzert am Herd". Das ist der Titel der neuen CD von Zaches & Zinnober. Das Gesangs- und Musikduo stellt einige Titel davon am Sonntag, 3. Oktober, um 14 Uhr in einem Konzert in der Friedensgemeinde an der Humboldtstraße vor.„Party am Herd" heißt eins der zwölf Stücke der neuen CD: ein musikalisches Menü mit Leckerbissen, Suppen, Abenteuern, und verrückten Kochgeschichten. Da ist zum Beispiel Piet, der Piratenkoch, der gern mit Pfefferschoten winkt. Oder Lilli, die manchmal frech ist, sodass die Klasse hin und weg ist. Mit Gitarre, Klavier, Saxophon und allerlei Küchenutensilien singen und spielen Zaches & Zinnober die unglaublichsten Geschichten. Die Texte sind für Kinder ab vier Jahren geeignet. Sie stecken voller Sprachkomik und sind intelligent aufbereitet, Die Reime bergen so manche Überraschung.
Im Grunde gilt das auch für das Duo. Es ist ein Zufallsprodukt. Vor 20 Jahren haben sich Michael Zachcial, alias Zaches, aus der Neustadt und der in Osnabrück lebende Ralf „Zinnober" Siebenand kennen-gelernt - im Studio. Zachcial war schon immer mit Leib und Seele Musiker. Gelernt hat der Neustädter nach eigenen Worten „nichts Ordentliches". Das, was er lernen wollte, habe er sich selbst beigebracht oder von anderen abgeguckt: zum Beispiel Gitarre spielen, singen, Intemetseiten bauen, Musik aufnehmen und abmischen, grafische Gestaltung von Booklets, Michael Zachcial schreibt und singt nicht nur Kinderlieder, sondern auch Chansons für Erwachsene und sammelt alte Volkslieder, die er zusammen mit der Gruppe „Grenzgänger" singt. Außerdem hat er einen kleinen Verlag.
Der zweite im Bunde, Ralf Siebenand, hat Medizin studiert und wollte Arzt werden. Doch das Schicksal wollte es anders. Siebenand spielt Klavier, Saxofon und singt, ist Musik- und Theaterpädagoge, Komponist und Regisseur des Musiktheaters Lupe, das schon eine ganze Reihe von Musiktheaterstücken für und mit Kindern produziert hat. „Wir sind ein gutes Team", findet Michael Zachdal. „Der eine kann das, was der andere nicht kann und umgekehrt." Zum Namen Zaches & Zinnober habe sie das Märchen . Klein Zaches genannt Zinnober" von E.TA- Hoffmann inspiriert, verrät der Neustädter über das Duo, das seit 1993 existiert - und zusammen viel Zinnober macht.
Die Lieder vom „Konzert am Herd" sind die neueste Produktion - mit Wortbildern gewürzt, die die Fantasie von Kindern und Erwachsenen beflügeln. „Wir haben beide die Lust am Erfinden und Ausprobieren", erzählt Zachcial. So beflügelt allein schon das Design der neuen CD, die Bilderbuch-Charakter hat, die Fantasie. Das Cover ist als visueller Kühlschrank mit schrägem Innenleben aufgemacht. Da ist der „Mann im Kühlschrank", ein zeitgenössischer Kobold, der unter seiner gelben Kühlschranklampe gerade den „Stern" liest. Auch das Spiegelei spielt eine besondere Rolle - als fliegende Untertasse, Insel mit Palme, Piratenauge oder als Sonnenuntergang, „Eben das Gelbe vom Ei", wie Michael Zachcial schmunzelnd bemerkt. Bilder seien für ihn genauso wie die Liederzeilen in ihrer Gesamtaussage. Malen zwischen den Zeilen, erläutert der Künstler.
Das Repertoire an Themen von Zaches & Zinnober ist bunt und wird mit einer Poesie vermittelt, die in die Tiefe geht und Kinder emst nimmt. Vielleicht lugt da der Vater im Künstler ein wenig hervor. Denn beide Musiker haben Kinder. Michael Zachcial hat einen 23-jährigen Sohn, Ralf „Zinnober" Siebenand zwei Mädchen, 14 und 17 Jahre alt. „Unsere Kinder sind unsere größten Kritiker", gesteht Zachcial. Sie seien oft begeistert von der Musik, was die Musiker natürlich auch freue. Das geht nicht nur ihrem inzwischen älteren Nachwuchs so. Im Kinderradio des Westdeutschen Rundfunks (WDR5; www.lilipuz.de) ist das Lied „Hai im Kochtopf" in den Charts sehr beliebt, beim Bayerischen Rundfunk liegt „Party am Herd" bei der Musikwunschmaschine für Kinder ganz vome. Dabei ist die CD gerade erst zwei Wochen auf dem Markt. Weitere Informationen zu Konzerten und Terminen von Zaches & Zinnober stehen im Internet auf der Seite www.kinderiied.de. Das ist zugleich auch eine Bezugsquelle für die CD.
Kerstin Thompson im Weser-Kurier, 23.9.2010 (Mal abgesehen davon, daß nicht das "Schicksal es anders wollte", sondern Herr Zinnober das so entschieden hat, eine schöne Rezension unseres neuesten Werkes)
|