 Siegen. Sonnenschein zum Sommerfestival im Schlosspark. Eine muntere Kinderschar kam zum Kindertheater – und mit ihnen Mütter und Väter und Großeltern.
So machte das Spektakel richtig Spaß – ein Mitmachprogramm für Jung und Alt, eine Sing- und Erzählstunde mit Zaches & Zinnober.
Herr Zaches war der Sänger mit der Gitarre, und Herr Zinnober bediente das Keyboard und das Saxofon oder brachte die Saiten seines Zupfinstruments zum Klingen. Was die beiden anstimmten, waren Balladen aus dem Reich der Fantasie, viele von ihnen angesiedelt im Küchenrevier. Deshalb hieß der Auftritt auch „Konzert am Herd“.
Ein Hai im Kochtopf
Das begann mit einem Rezeptlied, in dem zwei Gewürze vorkamen, die ganz zufällig mit demselben Buchstaben beginnen wie die Namen der Akteure. Wofür die gut sind, übersteigt Omas Rezeptbuch erheblich: „Am besten nimmt man zu allem Zucker und Zimt“ – um den leeren Tank des Autos aufzufüllen, um Fußballern neue Kraft zu geben, wenn sie hoffnungslos zurückliegen, und sogar als Füllung für die Löcher in den Zähnen, die durch das dauernde Zuckerschlecken entstanden sind.
Das gefiel den Kindern, und sie sangen begeistert mit. Aufregende Küchenereignisse waren zu berichten in dem Song „In meinem Kochtopf schwimmt ein Hai“; Problemlösung boten Zinnober und Zaches an für die Fälle, wo Essensreste auf den Boden gefallen sind. „Was macht ihr dann?“ Die Gefragten wussten viele Antworten. Aber die Profis wussten es besser: „Wir machen einfach nichts.“ Ihren genialen Vorschlag präsentierten sie im Ameisenlied, in dem es kribbelte und krabbelte.
Von da ging es zu den Indianern. Warum die sich eine Feder ins Haar stecken, hatte Zinnober nämlich beim Kochen entdeckt; und wie sie sich begrüßen, ist zwar allseits bekannt, musste aber gründlich geübt werden, damit die vielen rituellen Handbewegungen auch zum Rhythmus des diesbezüglichen Liedes passten: „Gäng, gäng, gäng, gäng – Hugh!“
Klingende Kaffeemühle
Dann staunten die Kinder, was eine alte Kaffeemühle an Geräuschen hervorbringt. Einmal in der Vergangenheit gelandet, konnte man sich in einen Seeräuber verwandeln: „Sei doch mal Pirat, komm mit auf große Fahrt!“ Und als die nette Nachmittagsunterhaltung vorbei war, mussten Eltern und Großeltern wieder die Rolle der Alleinunterhalter übernehmen.
WAZ Siegen, 25.07.2010, Knut Lohmann ( http://www.derwesten.de/staedte/siegen/Zaches-Zinnober-servieren-ein-Konzert-am-Herd-id3284020.html )
|