 Zaches und Zinnober stellten im Schloss ihr Chansonprogramm vor und begeisterten tags darauf bei Kindervorstellungen
IDAR-OBERSTEIN. „Konzert am Herd" und „Neue Ufer" heißen die Programme, mit denen der Bremer Michael Zachcial und der Osnabrücker Ralf Siebenand - alias Zaches und Zinnober - sich im Rahmen der Idar-Obersteiner Kinder-Kultur-Tage bei drei Konzerten vorstellten.
Chansonprogramm „Neue Ufer"
Ein besonderes Konzert war dabei das Chansonprogramm „Neue Ufer", das am Montagabend in den kleinen Räumen des Obersteiner Schlosses stattfand. Eine bunte musikalische Mischung, die Zaches (Gesang, Gitarre) und Zinnober (Keyboard, Saxofon, Ukulele, Gesang) den rund 30 Zuhörern präsentierten: Vom Blues über Chansons, politischen Liedern bis zum Volkslied reichte die Palette.
Neben eigenen Songs gab es eigenständige Coverversionen von bekannten Titeln. Eine der gelungenen Adaptionen ist das als Kinderlied angekündigte „Cocaine", das Zaches und Zinnober mit einem rabenschwarzen Text versehen haben. Überhaupt sind die Texte eine hörenswerte Angelegenheit. Hier reicht die Bandbreite von witzig, ironisch, politisch, nachdenklich bis zu poetisch. Lustig sind zum Beispiel die Zeilen „Willst Du mit mir gehen? Wieso? Du kannst ja kaum noch stehen!" Poetisch ist die eigenwillige Fassung von „Junimond" von Rio Reiser. Dass Michael Zacchial auch politisches Kabarett macht, zeigen die nachdenklich machenden Lieder „Die Ballade von den Feuern an der Ruhr" und „Die wahre Geschichte der Bremer Stadtmusikanten". Insgesamt war es ein unterhaltsamer Abend, der mit dem Gassenhauer „Marmor, Stein und Eisen bricht" als Zugabe endete.
Konzert am Herd
Sehr viel mehr Stimmung herrschte natürlich am Dienstagmorgen in der Schulturnhalle der Marktschule in Idar. Mehr als 200 Kinder sorgten dafür, dass der Lärmpegel recht hoch war. Und Zaches und Zinnober zeigten sich von ihrer besten Seite. Kaum ein anderer Vertreter der Kinderlieder-Szene macht so originelle Texte, wie das norddeutsche Duo. Hochintelligente Reime, die einfach zum Lachen bringen, gibt es bei ihrem „Konzert am Herd" in Hülle und Fülle. Es ist der trockene und pointierte Humor der Lieder, die einen Auftritt auch für Erwachsene zum Vergnügen machen.
Man wartet während des einstündigen Konzertes schon auf die nächste Pointe, die, aber eigentlich nur die Erwachsenen verstehen. Ein Beispiel dafür ist der „Inder, Kinder "-Reim, der geschickt in einen Song mit eingebaut ist. Titel wie „Oh wei, in meinem Kochtopf schwimmt ein Hai" oder „Der Mann, der die Suppe in die Tüte tut" gehen leicht ins Ohr und die Kinder gehen voll mit. Dass Ralf Siebenand einer der besten deutschen Boogie-Piano-Spieler ist, geht bei der Bühnenshow fast unter. Auch Michael Zachcial ist ein sehr guter Gitarrist und Sänger.
Mit dem Lied „Sei doch ein Pirat" nach der Melodie des Bläck-Fööss-Klassikers „Trink doch ene mit" endete das normale Konzertprogramm. Und dass die Kids noch ihre „Schuhgabe" oder „Zughaben", wie Zaches und Zinnober verstanden, bekamen, war selbstverständlich. Mit dem Lied über die „Pommes Frites" endete dann ein auch für Erwachsene sehr vergnüglicher Morgen in der Schulturnhalle der Idarer Marktschule.
Erhard Hahn, am 18.3. 2010 in der Nahe-Zeitung
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