 Popeleinfache Lieder und viel Kinderspaß Bremerhaven. Genau am Weltkindertag gaben sich im Bremerhavener Theater im Fischereihafen (TiF) zwei seltsame Herren die Ehre. Rechts mit Hut der Zaches, links mit Mütze der Zinnober – und davor im Saal ein ausgesprochen gut gelauntes Publikum.
Das Lied, das all denen gewidmet ist, die nicht gerne aufräumen, kam besonders bei den jungen Besuchern gut an. Wer mit Blick auf die Wahl vor Piraten warnt, die maßgeschneiderte Anzüge, Krawatten und Aktenköfferchen tragen, hat auch bei den älteren Zuschauern seinen Stein im Brett. Seit 1994 spielen Musiker Michael Zachcial aus Bremen und sein Osnabrücker Kollege Ralf Siebenand als Zaches und Zinnober ihre witzigen und oft hintersinnigen Kinderprogramme. Viele Eltern hören längst heimlich mit. Sind ja auch richtig schöne Texte: „Ein Flusen aus Leverkusen, der wollte mit mir schmusen, das konnt’ ich nicht verknusen.“
Da geht es um die „Feuerwo, Feuerwie, Feuerwas und Feuerwehr“, darum, wie die cleveren Indianer die fiesen Drachen überlistet haben, um Ritter Kunibert und seine alte Rüstung, die er auf dem Flohmarkt gefunden hat. „Wie kommt die Tütensuppe in die Suppentüte?“ Bohrende Fragen und verblüffende Antworten: „Das macht der Mann, der die Suppe in die Tüte tut.“ Etwas komplizierter für die Zunge wird’s bei der Torte: „Der Mann, der die Torte in die Tortentüte tut“, aber unter dem Strich ist auch das für Erwachsene noch zu begreifen.
Ohne Mütze in die Pfütze
Die wurden im TiF ganz wieder Kind, als es mit den Piraten auf große Fahrt ging: „Rein in die Pfütze, ohne Mütze, Rattengrütze – so viel ich mag! Ganz laut fluchen, keine Tanten besuchen. Erdbeerkuchen – jeden Tag!“ Herr Zaches an der Gitarre und Herr Zinnober an Ukulele, Saxofon und Klavier hatten stets den richtigen Schwung; der brachte dem frechen Duo und seinen „popeleinfachen“ Liedern jede Menge Beifall ein. Am Ende eines sehr kurzweiligen Auftritts gab es noch eine Zugabe, die eigentlich ein Schlaflied werden sollte, sich aber zur massiven Kissenschlacht auswuchs. Wie da gejauchzt und geklatscht, getrampelt und gewinkt wurde, das machte dem Weltkindertag im TiF wirklich alle Ehre.
Von Ulrich Müller , Dienstag, 22. September 2009, Nordsee-Zeitung
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