 Kindertheater mit Zaches und Zinnober am Oberen Schloss
Schön schräg: Herr Zaches und Herr Zinnober (Michael Zachcial und Ralf Siebenand) kamen mit ihrem Programm beim Kindertheater in den Ferien im Schlossgarten-Pavillon bei großen und kleinen Zuhörern super an.
„Singen, Klatschen, Springen und Lachen" lautete die Devise am Samstagnachmittag im gut besuchten, sonnigen Schlossgarten des Oberen Schlosses. Voller Elan sprangen die Kinder auf der Stelle und versuchen, den Indianergruß einzuüben oder einen Reiter auf einem galoppierenden Pferd zu imitieren. Die Kinder hatten sichtlich Spaß dabei.
Grund dafür waren die beiden Musiker Herr Zaches und Herr Zinnober, im bürgerlichen Leben besser bekannt als Michael Zachcial aus Bremen und Ralf Siebenand, der auch Musik- und Theaterpädagoge ist, aus Osnabrück. Das Duo wusste die Kinder wie auch die Eltern mit seinen humorvollen und wortakrobatischen Texten zu begeistern. „Schräg" hieß das einstündige Programm, in welchem sich Charme gepaart mit pädagogischem Geschick und Professionalität vereinten. Letzteres rührt wohl daher, dass die beiden schon seit 1994 zusammen auftreten und europaweit auf Tour sind. Mittlerweile haben sie schon drei CDs produziert, die aktuelle trägt den Titel des Programms. Mal a cappella, mal mit Gitarre, Saxophon oder Keyboard präsentierten die beiden eingängige Melodien verbunden mit Choreografien. Sie-sangen vom Mana, der die Suppe in die Tüte tut, reimten über das „Wundermittel" Zucker und Zimt, erklärten, warum Ritter Kunibert ohne seine Rüstung kein echter Ritter ist oder warum Drachen keine Indianer fressen. Spätestens beim Refrain sangen und klatschten alle mit. „Sei doch mal Pirat, komm mit auf große Fahrt, steige einfach ein und segele mit. Auf den Wellen reiten, sich mit Blödmännern streiten, nie mehr Hausaufgaben schreiben ...", forderten Zaches und Zinnober, da schallte es aus vielen Kindermündem „Jaaa!" Ihre großartigen musikalischen Fähig-keiten stellten die beiden unter Beweis, indem sie auch mal Gesangspausen einlegten, um ein Gitarren- oder Klaviersolo zur Geltung kommen zu lassen. Sie spielten die Lieder nicht einfach herunter, sondern unterbrachen sie durch kleine Anekdoten und Dialoge. In denen forderten sie fleißig zum Mitmachen auf und nahmen auch Zwischenrufe aus dem Publikum dankend an. Die ganze Show über war das Publikum als Mitdichter und Mitsänger gefragt. Die Musiker wollen den Zuschauem nicht Kinderlieder im konventionellen Stil bieten, sondern ihnen mit phantasievollen, intelligenten Texten auch ein bisschen mehr zumuten, aber dabei so einfach, dass jedes Kind den Inhalt und die raffinierte Sprachkomik versteht - Kinderlieder mal anders. Am Ende genoss das Duo allerhand Applaus. Martin Hörne, freier Mitarbeiter des Kulturamts, der die kostenlose Veranstaltung organisiert hatte, zeigte sich beeindruckt: „Mich hat gewundert, dass alle so gut mitgemacht haben. Da haben wir wohl einen guten Griff gemacht."
Artikel in der Siegener Presse nach dem Konzert von Zaches & Zinnober am 29.7.2006
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