 Die Kreuzbergerin Suli Puschban hat mit "Ich sehe aus wie Elvis" eine erstaunliche Kinderplatte veröffentlicht
Nein, sie wisse, dass sie nicht wie Elvis aussieht, und überhaupt sei der Plattentitel auf den Ausspruch eines "ihrer" Kinder zurückzuführen, erzählt die 39-jährige Erzieherin mit dem Namen, der so typisch klingt nach alternativem Kreuzberg, pädagogisch wertvollen Spielenachmittagen und Müttern, die ihre Kinder lieber mit der Reiswaffel als einem Bounty zum Spielen schicken. Ein Klischee, das sich auf ihrem Album "Ich sehe aus wie Elvis" glücklicherweise nicht bewahrheitet.
Puschban hat eine Kinderplatte mit 13 Songs gemacht, die vom Arrangement und der Produktion absolut professionell und vom Inhalt clever und humorvoll geraten ist, anders als so viele Produktionen für Kinder, die sich vorwiegend mittels blöd trötender Elefanten und bräsiger Pipi-Kaka-Lyrik an den Nachwuchs ranwanzen.
Puschbans Songs mit Titeln wie "Pommes Fritz", "Liam sagt wir sind das Meer" oder "Fräulein Rosi und Ritter Robert" sind durch die Bank weg ein gelungener Versuch, Kinder als ernst zu nehmende Zuhörer zu gewinnen. Die Texte, die mit ihrem Erzählcharakter zwischen Großstadtrealität und Märchenwelt deutlich über normales Kinderliedtralala hinausgehen, geben ihren (kleinen) Fans die Möglichkeit, mit den Liedern auch intellektuell dazu zu gewinnen. Die Auflage von nur 1000 Stück dürfte bei ordentlich Kita-Mundpropaganda schnell vergriffen sein. Verdient hätte es Suli Puschban und ihre "Elvisimitation" jedenfalls.
Marcus Weingärtner, TIP 11/05

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